Online-Werkstattgespräch„Klein(st)kinder in stationären Hilfen zur Erziehung – gemeinsam weiterdenken in Niedersachsen“
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Fachkräfte und Interessierte in der Kinder- und Jugendhilfe,
Die Kick-off-Veranstaltung am
30.10.2025 des Niedersächsischen Landesjugendamtes (NLJA) und des VPK Niedersachsen e. V. hat gezeigt, wie groß das Interesse am Thema ist und wie vielfältig die Erfahrungen und Perspektiven im Feld sind und die Rückmeldungen aus Fragebogen verschärfen ein klares Bild:
Die Unterbringung von Kindern unter sechs Jahren – insbesondere von Säuglingen und Kleinstkindern – stellt die stationäre Kinder- und Jugendhilfe vor besondere fachliche und strukturelle Herausforderungen.
Im Zentrum steht die Frage, wie unter institutionellen Bedingungen stabile Bindungs- und Beziehungskontinuität gesichert werden kann. Die zu über 50% aus Leitungsperspektive und mit ca. 30 aus Landes- bzw. Jugendämtern, eingebrachten Rückmeldungen formulieren dabei weniger politische Forderungen als vielmehr den Bedarf an:
- klaren fachlichen Orientierungen
- verbindlichen Qualitätsstandards
- realistischen strukturellen Rahmenbedingungen
- praxisnahen Umsetzungsinstrumenten
Deutlich wird:
Struktur wirkt fachlich.
Personalschlüssel, Finanzierung, Schichtsysteme und Verwaltungsverfahren beeinflussen unmittelbar Bindungsqualität und Beziehungsstabilität. Fachliche Anforderungen geraten dabei teilweise in Spannung zu bestehenden Systembedingungen.
Zugleich wird deutlich, dass Kinder unter sechs Jahren eine besonders vulnerable Zielgruppe darstellen, die differenzierte, passgenaue und qualitativ abgesicherte Angebote benötigt. Dafür ist eine
Trägervielfalt mit unterschiedlichen fachlichen Profilen, konzeptionellen Ansätzen und Spezialisierungen erforderlich, um individuellen Bedarfen gerecht werden zu können.
Neben strukturellen Begrenzungen bestehen zugleich Gestaltungsspielräume – etwa im Umgang mit Ermessensfragen, Verwaltungspraktiken, Ausgestaltungsmöglichkeiten und Trägerhoheit.
Das Werkstattgespräch knüpft an diesen Befund an und lädt dazu ein, gemeinsam zu klären:
Welche zentralen Fragen müssen bei der Gestaltung struktureller, personeller und verfahrensbezogener Rahmenbedingungen beantwortet werden, damit stabile Bindungen für Kleinstkinder auch unter institutionellen Bedingungen möglich bleiben?
Um diesen begonnenen Prozess weiterzuführen und zugleich für weitere Interessierte zu öffnen, laden wir herzlich ein zu einem:
Online-WerkstattgesprächThema: Betreuung von Klein(st)kindern in stationären Settings
Datum: (16.06.2026)
Uhrzeit: (14 - 16 Uhr)
Ort: Online via Videokonferenz (Zugang nach Anmeldung)
Ziel der Veranstaltung
Das Werkstattgespräch richtet sich an alle Interessierten in Niedersachsen – unabhängig davon, ob eine Teilnahme am Kick-off bereits erfolgt ist.
Im Mittelpunkt steht der
fachliche Austausch:
- Raum für Erfahrungen aus der Praxis
- Diskussion zentraler Herausforderungen
- kollegiale Verständigung und gemeinsame Weiterentwicklung zu den im Vorfeld aufgeworfenen Leitfragenkatalog
Inhaltliche Schwerpunkte
Die bisherigen Rückmeldungen aus Praxis und Fachöffentlichkeit haben gezeigt, dass sich mehrere zentrale Entwicklungsfelder herauskristallisieren. Das Online-Werkstattgespräch bietet Raum, diese gemeinsam weiterzudenken, zu bündeln und nächste Schritte für die weitere Arbeit in Niedersachsen vorzubereiten.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere folgende Schwerpunktbereiche:
- Wie beschreiben wir gemeinsam die zentralen strukturellen und fachlichen Ausgangsbedingungen für U6-Angebote in Niedersachsen – und welche Wirkungen entfalten sie auf Bindung und Stabilität?
- Welche Erfahrungen aus Praxis, Aufsicht und Verwaltung helfen uns, Spannungsfelder besser zu verstehen und differenziert zu betrachten?
- Wie kann Bindungskontinuität als gemeinsamer Qualitätsbezugspunkt konkretisiert werden – in Personalgestaltung, Angebotsstruktur und Verfahrensabläufen?
- Wo zeigen sich im Zusammenspiel von Fachlichkeit, Finanzierung, Personalschlüsseln und Verwaltungsverfahren Entwicklungsbedarfe?
- Welche Ansätze erscheinen geeignet, um aus den benannten Schwerpunktfeldern (Bindung, Personal, Struktur, Kooperation, Übergänge) einen tragfähigen Orientierungsrahmen zu entwickeln?
- Wie können wir die unterschiedlichen Perspektiven – Träger, Einrichtungen, Jugendämter und Landesjugendamt – produktiv miteinander verschränken, um realistische und zugleich fachlich ambitionierte Lösungen zu formulieren?
Der Mehrwert des Prozesses liegt dabei im offenen Austausch unterschiedlicher Perspektiven – Aufsicht, Träger, Einrichtungspraxis und Jugendamt – und in der gemeinsamen Klärung dessen, was fachlich notwendig und strukturell möglich ist. Das Werkstattgespräch dient dabei nicht der abschließenden Bearbeitung aller Themen, sondern der gemeinsamen Verständigung darüber, welche Fragestellungen prioritär weiterverfolgt und in welchen Formaten die Weiterarbeit 2026 konkret gestaltet werden soll.
Zielgruppe
Eingeladen sind insbesondere:
- Fachkräfte aus stationären Einrichtungen
- Einrichtungsleitungen und Trägervertretungen
- Mitarbeitende aus Jugendämtern
- Vertreter*innen des Landesjugendamtes
- weitere Interessierte aus Praxis, Verwaltung und Fachöffentlichkeit
Anmeldung
Bitte melden Sie sich bis zum
(09.06.2026) an.
Die Zugangsdaten zur Videokonferenz erhalten Sie nach erfolgreicher Anmeldung.